Kürzlich hatte ich beim Abendessen ein Gespräch mit meinem Mitbewohner bezüglich Stressmanagement. Er wollte wissen, welche Tipps ich für ihn habe, um besser mit Stress umgehen zu können.
In klischeehafter Consultant-Manier habe ich ihm geantwortet: Es kommt drauf an.
Nach einem kurzen enttäuschten Blick seinerseits, dass ich nicht mit einem Tipp seinen gesamten Stress in Luft auflösen kann, habe ich ihm meine Gedanken weiter erläutert. Und zwar, dass er – um mit Stress besser umgehen zu können – in einem ersten Schritt reflektieren sollte, was bei ihm überhaupt erst eine Stressreaktion auslöst (Spoiler: unter anderem mein ständiges Nicht-Einschalten des Dampfabzugs beim Kochen 😉). In einem zweiten Schritt könne er dann reflektieren, ob bei ihm diese Situation (bleiben wir bei der Nicht-Nutzung des Dampfabzugs meinerseits) generell Stress auslöst, oder nur im Zusammenhang mit anderen Faktoren (z. B. nur zu spezifischen Uhrzeiten oder nur wenn ich am Kochen bin).
Sprich: Er soll herausfinden, was bei ihm Stress auslöst (also Energie entzieht), gleichzeitig aber auch, was ihm Energie gibt. Basierend darauf kann er konkrete Veränderungsschritte im Alltag vornehmen, um die Energieräuber zu reduzieren und energiespendenden Tätigkeiten mehr Raum zu geben.
Kennst du deine Energieräuber (Backsteine) und Energiegeber (Luftballone)? Wenn nicht – nimm dir doch 10 Minuten Zeit und reflektiere anhand unseres Templates: LINK zum Download. Natürlich gibt es aber auch allgemein hilfreiche Tipps im Umgang mit stressigen, resp. energieraubenden Situationen – insbesondere bei körperlichen Stressreaktionen. Und zwar: Tüüf dureschnuufe. Sei das Boxbreathing (4 Sekunden ein- und ausatmen und dazwischen 4 Sekunden halten), Bauchatmung (darauf achten, dass sich der Bauch nach aussen wölbt) oder einfach bewusst kurz innehalten.
Hast du deine Energieräuber im Griff?
Erkennung
Reflektiere für dich und halte fest, was dir Kraft gibt und was dir Energie entzieht. Dabei geht es nicht nur um grosse Ereignisse, sondern auch um kleine Routinen und Begegnungen, die sich im Alltag bemerkbar machen.
– Was gibt mir Energie? (Sport, Freundschaften, Natur, inspirierende Projekte, klare Strukturen)
– Was raubt mir Energie? (Überlastung, Social Media, Unklarheiten, ständige Erreichbarkeit)
Fokussierung
Wähle aus deiner Liste je zwei Energiequellen und zwei Energieräuber, die dich besonders prägen. Diese Punkte zeigen dir, wo deine Energie am stärksten beeinflusst wird. Untersuche nun deine vier ausgewählten Punkte genauer und notiere:
– Wie häufig tritt dieser Punkt in meinem Alltag auf?
– Wie integriere ich ihn in meinen Alltag / in welchen Situationen zeigt er sich?
– Welche Bedingungen unterstützen oder behindern mich dabei?
Planung
Formuliere nun anhand deiner Analyse pro Punkt konkrete Handlungsabsichten.
– In welcher Regelmässigkeit möchte ich diese Dinge tun?
– Welche Vorkehrungen muss ich treffen, damit sie realistisch umsetzbar sind? (z. B. feste Zeiten, Grenzen, Unterstützung, klare Kommunikation)
– Was kann ich heute oder in den nächsten Wochen konkret verändern?
> Dadurch gestaltest du deinen Alltag aktiv, sodass er dich stärkt statt erschöpft.