Wie hast du die letzten 1, 5 oder 10 Jahre verbracht?

Und würdest du es genauso wieder tun?

Diese Frage erinnert mich an einen Fielmann-Spot, den ich als Kind gefühlt jeden Samstagabend dreimal gesehen habe. Damals, als wir Werbung noch nicht einfach überspringen konnten. Zwei Männer sitzen beim Angeln und philosophieren darüber, ob sie ihr Leben nochmals genau gleich leben würden. Und kommen zum Schluss, dass sie lediglich die Brille direkt bei Fielmann kaufen würden (Das ist keine Fielmann-Promo, ich bin Pro Augenlasern). Damals habe ich vor allem darauf geachtet, ob gleich ein Fisch aus dem Wasser springt. Heute bleibt für mich die Kernfrage hängen.

Lebe ich wirklich mein eigenes Drehbuch? Oder folge ich, bewusst oder unbewusst, dem Skript anderer? Und selbst wenn es mein eigenes ist: Bin ich so sehr auf den nächsten Termin, das nächste To-Do oder die nächste Herausforderung fixiert, dass ich dabei vergesse, den Weg zu geniessen?

Der Spruch «Der Weg ist das Ziel» erinnert mich zwar an Schilder und Tassen aus dem Dekoladen, hat aber etwas Wahres. Studien zeigen: Wir empfinden unser grösstes Glück oft nicht im Moment des Ankommens, sondern im Prozess des Hinarbeitens. Und nicht selten rutschen wir nach dem Erreichen eines Ziels sogar in eine Art «Post-Goal-Blues». Noch bitterer, wenn man merkt, dass es nicht einmal das eigene Ziel war.

Deshalb ist meine Intention klar: Stets versuchen, mein eigenes Drehbuch zu schreiben. Einen Alltag gestalten, der meinen Vorstellungen entspricht. Und bewusst innehalten, damit sich mein Leben nicht wie ein endloses Abspulen von Terminen anfühlt.

PS: Eine Filmempfehlung in diesem Kontext: «About Time» von 2013. Weil er zeigt, wie wertvoll es ist, den Alltag nicht nur zu durchleben, sondern bewusst zu geniessen.

Analyse
Um besser zu verstehen, weshalb in manchen Bereichen eine hohe Zufriedenheit empfunden wird und in anderen Optimierungspotenzial besteht, kann eine kurze Reflexion hilfreich sein. Dabei können positive Aspekte, die zur Zufriedenheit beitragen, bewusst wertgeschätzt und zugleich Herausforderungen oder Hürden in anderen Bereichen sichtbar gemacht werden. Ziel ist es auch zu erkennen, ob es Lebensbereiche gibt, die bewusst oder unbewusst vernachlässigt werden.