Und würdest du es genauso wieder tun?
Diese Frage erinnert mich an einen Fielmann-Spot, den ich als Kind gefühlt jeden Samstagabend dreimal gesehen habe. Damals, als wir Werbung noch nicht einfach überspringen konnten. Zwei Männer sitzen beim Angeln und philosophieren darüber, ob sie ihr Leben nochmals genau gleich leben würden. Und kommen zum Schluss, dass sie lediglich die Brille direkt bei Fielmann kaufen würden (Das ist keine Fielmann-Promo, ich bin Pro Augenlasern). Damals habe ich vor allem darauf geachtet, ob gleich ein Fisch aus dem Wasser springt. Heute bleibt für mich die Kernfrage hängen.
Lebe ich wirklich mein eigenes Drehbuch? Oder folge ich, bewusst oder unbewusst, dem Skript anderer? Und selbst wenn es mein eigenes ist: Bin ich so sehr auf den nächsten Termin, das nächste To-Do oder die nächste Herausforderung fixiert, dass ich dabei vergesse, den Weg zu geniessen?
Der Spruch «Der Weg ist das Ziel» erinnert mich zwar an Schilder und Tassen aus dem Dekoladen, hat aber etwas Wahres. Studien zeigen: Wir empfinden unser grösstes Glück oft nicht im Moment des Ankommens, sondern im Prozess des Hinarbeitens. Und nicht selten rutschen wir nach dem Erreichen eines Ziels sogar in eine Art «Post-Goal-Blues». Noch bitterer, wenn man merkt, dass es nicht einmal das eigene Ziel war.
Deshalb ist meine Intention klar: Stets versuchen, mein eigenes Drehbuch zu schreiben. Einen Alltag gestalten, der meinen Vorstellungen entspricht. Und bewusst innehalten, damit sich mein Leben nicht wie ein endloses Abspulen von Terminen anfühlt.
PS: Eine Filmempfehlung in diesem Kontext: «About Time» von 2013. Weil er zeigt, wie wertvoll es ist, den Alltag nicht nur zu durchleben, sondern bewusst zu geniessen.
Ein Tool, das mir dabei hilft, ist unser Template zum Wheel of Life. Es macht sichtbar, wie ausgewogen – oder eben unausgewogen – meine Lebensbereiche gerade sind: zum Beispiel Beruf, Gesundheit, Beziehungen, persönliche Entwicklung, Finanzen oder Freizeit. Auf einen Blick wird klar, wo ich zufrieden bin und wo es Zeit ist, bewusst nachzujustieren.
Befindet sich dein Wheel of Life bereits im Gleichgewicht?
Lebensradar
Um bestimmte Aspekte des Lebens stärker in den Fokus zu rücken und ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ist es zunächst hilfreich, einen Überblick über die einzelnen Lebensbereiche zu gewinnen. Dazu wird jeder Bereich betrachtet und auf einer Skala von 1 bis 10 hinsichtlich Zufriedenheit bewertet. Die Bereiche sind Körper & Fitness, mentale Gesundheit, Freizeit & Hobbies, Liebe & Beziehungen, Beruf & Karriere, Finanzen & Sicherheit, Gesellschaft & Beitrag und persönliche Entwicklung.
Analyse
Um besser zu verstehen, weshalb in manchen Bereichen eine hohe Zufriedenheit empfunden wird und in anderen Optimierungspotenzial besteht, kann eine kurze Reflexion hilfreich sein. Dabei können positive Aspekte, die zur Zufriedenheit beitragen, bewusst wertgeschätzt und zugleich Herausforderungen oder Hürden in anderen Bereichen sichtbar gemacht werden. Ziel ist es auch zu erkennen, ob es Lebensbereiche gibt, die bewusst oder unbewusst vernachlässigt werden.
Massnahmen
Als abschliessender Schritt kann reflektiert werden, welche Bereiche derzeit den grössten Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden haben und in welchen eine Veränderung oder mehr Ausgeglichenheit angestrebt wird. Darauf aufbauend gilt es, Ideen zu formulieren, die gezielt zur Steigerung der Zufriedenheit beitragen. Es darf festgehalten werden, woran eine Verbesserung erkennbar ist, damit der Fortschritt nach einigen Wochen durch das erneute Ausfüllen des Wheel of Life überprüft werden kann.